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Promotionsprojekt von Helen D. Hockauf: Menschenwürde, Menschenrechte, Performativität. Theatrale Präsentationen von Geflüchteten als ethische Strategie der Kommunikation zwischen Selbst und Anderem


Die Dissertation konzentriert sich auf die Frage, wie Performativität als ethische Strategie definiert und genutzt werden kann, um Identität und Menschenwürde im Kontext von Menschenrechtsverletzungen theatral zu artikulieren. Dies wird anhand ausgewählter Theateraufführungen mit Geflüchteten im europäischen Raum beispielhaft dargelegt. Durch die Inszenierung formulieren die darstellenden Geflüchteten ihren Anspruch auf Selbstachtung in der europäischen Gesellschaft, wodurch auch die europäische Rolle thematisiert und hinterfragt wird. Das Verhältnis von eigenen und fremden Erfahrungen wird auf der Bühne neu ‚durchgespielt‘. Auf diese Weise wird Einfluss auf den Diskurs, die Narrative und die Mythen über ‚illegale‘ MigrantInnen und Flüchtlinge genommen. Performative Erscheinungsformen verhandeln konstant die moralischen, gesellschaftlichen und diskursiven Prozesse und Normen. Durch die körperliche Anwesenheit des Schauspielers und der Zuschauer ist es möglich, Performativität mit den phänomenologischen Aspekten von ‚Selbst‘ und ‚Anderem‘ zu fassen. Die transeuropäischen Produktionen werden in Bezug auf Aspekte der Asyl- und Menschenrechte und auf ihre transkulturelle Art, Würde und Identität darzustellen, analysiert und verglichen. Gefördert im Rahmen des Bayerischen Eliteförderungsgesetzes.