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Himmelskonstellationen im Spannungsfeld von Literatur und Wissen


Deutungen des Himmels in den Geistes und Naturwissenschaften sind das Thema des neu erschienenen zweiten Bandes der „Internationalen Schriften des JakobFuggerZentrums“

HimmelstitelAugsburg/TS/KPP – Der Himmel als Grenze zwischen Endlichkeit und Unendlichkeit, zwischen Säkularisierung und Sakralisierung, aber auch als Projektionsfläche für ethische Fragestellungen – vielfältig sind die Lesarten des Himmels in Wissenschaft, Kunst und Literatur. Der Austausch zwischen diesen verschiedenen Perspektiven stand im Zentrum einer interdisziplinären und internationalen DFG‐geförderten Tagung, die unter Beteiligung des Studiengangs „Ethik der Textkulturen“ im Oktober 2014 in Augsburg stattfand. Die Ergebnisse wurden nun von der Augsburger Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Stephanie Waldow, dem evangelischen Theologen Prof. Dr. Bernd Oberdorfer und dem Münchner Astrophysiker Prof. Dr. Harald Lesch im interdisziplinären Band „Der Himmel als transkultureller ethischer Raum“ veröffentlicht. Das Buch erschien zum Jahresende 2016 als zweiter Band der Reihe „Internationale Schriften des Jakob‐Fugger‐Zentrums“.

Bereits seit der Antike ist der Himmel ein zentraler Raum, der jenseits von festen Orts‐, Zeit‐ und Identitätszuschreibungen das Verhältnis von Individuum und Kosmos und die damit in Zusammenhang stehenden Grundfragen der menschlichen Existenz und deren Wertkonzepte aushandelt. So stellt der ethische Zugang zum Himmel zentrale Fragehorizonte bereit, die in den Kontext der interdisziplinären Forschungsfelder und kulturellen Horizonte eingebettet werden. Neben diesen Fragehorizonten ist aber auch die ästhetische Umsetzung dieser Perspektivierungen von zentraler Bedeutung, denn nicht nur literarische, auch wissenschaftliche wie religiöse Texte, die sich mit diesen Konzepten auseinandersetzen und den Himmel als Projektionsraum einsetzen, entfalten eine literarisch‐rhetorische Kraft. Diese auf ihre ethischen Implikationen hin zu untersuchen, ist zentrales Anliegen des Bandes.

„Internationale Schriften des Jakob‐Fugger‐Zentrums“

Gesellschaftliche und politische Entwicklungen enden nicht an nationalstaatlichen Grenzen. Die Erforschung transnationaler Phänomene erfordert neue, fächerübergreifende Ansätze, für die das Jakob‐Fugger‐Zentrum an der Universität Augsburg die Voraussetzungen schafft. In seinen Forschungen setzt sich das Zentrum mit zentralen Fragen zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft einer global vernetzten Gesellschaft auseinander. Die Reihe im Göttinger Verlag VR Unipress dient dazu, zentrale Ergebnisse der Forschungen des Zentrums in Form von Monographien sowie Tagungs‐ und Sammelbänden zu veröffentlichen.

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Publikation:
Harald Lesch/Bernd Oberdorfer/Stephanie Waldow (eds.): Der Himmel als transkultureller ethischer Raum. Himmelskonstellationen im Spannungsfeld von Literatur und Wissen (=Internationale Schriften des Jakob‐Fugger‐Zentrums, Band 2), V&R unipress, Göttingen 2016, 408 Seiten und 29 Abbildungen, ISBN 978‐3‐8471‐0618‐0

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Weitere Informationen:
http://www.v‐r.de/de/der_himmel_als_transkultureller_ethischer_raum/t‐0/1086211/

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AnsprechpartnerInnen:

Prof. Dr. Harald Lesch
lesch@usm.uni‐muenchen.de

Prof. Dr. Bernd Oberdorfer
bernd.oberdorfer@phil.uni‐augsburg.de

Prof. Dr. Stephanie Waldow
stephanie.waldow@philhist.uni‐augsburg.de
Professur für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Ethik
Universitätsstraße 10
D‐86159 Augsburg
Telefon: +49(0)821 598‐5752


Meldung vom 30.01.2017