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Gefangen im Gewissen


Franz Fromholzer: Gefangen im Gewissen. Evidenz und Polyphonie der Gewissensentscheidung auf dem deutschsprachigen Theater der Frühen Neuzeit. Paderborn: Fink 2013.

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Zusammenfassung

Schulderkenntnis und Isolation, Gewissenserforschung und Geständnis sind für das Theater der Frühen Neuzeit von fundamentaler Bedeutung. Unter Rückgriff auf stoische Praktiken der Selbstsorge und christliche Beichtanweisungen, Naturrechtslehren sowie Körperbilder der Zeit treten exemplarische Figuren gegen äußere Gewalt und Folter an und verhandeln dabei ihre Identität. Die vorliegende Studie fokussiert den unerschütterlichen Einspruch der inneren Gewissensstimme, welche dem Gefängnis und obrigkeitlichen Verhörtechniken als äußeren Zwangssystemen opponiert. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Untersuchung der rhetorischen und visuellen Verfahren, die Gewissensentscheidung auf der Bühne einer Evidenz zuzuführen. Vom Reformationsdrama bis zu Friedrich Schiller bedarf das Gewissen objektiver Kriterien, sei es als Imitatio Christi oder als aufgeklärte Urteilslegitimation, die seine Autorität gesellschaftlich begründen.