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Enigmatik. Das Rätsel als hermeneutische Grenzfigur in Mythos, Philosophie und Literatur.


Habilitation von Doren Wohlleben


Das Rätsel wir anhand komparatistischer Lektüren als eine Literatur stiftende, hermeneutische Grenzfigur konturiert, die menschliches Verstehen und Handeln auf den Prüfstein stellt. Zwei Lösungsstrategien des Rätsels, die der horizontal orientierten Auflösung und die der vertikal gerichteten Erlösung werden historisch und systematisch beschrieben und in eine dynamische Wechselbeziehung gebracht. Verschiedene Rätselfunktionen werden vorgeschlagen, wobei die seit der Frühen Neuzeit dominante sinn- und lösungszentrierte Rätselfunktion relativiert und durch andere Funktionen (z. B. die kosmogonisch-magische, die utopische-ethische et al.) komplementiert ist. Die Makrostruktur bilden drei synchrone Großkapitel mit den historischen Schwerpunkten Antike (thematischer Fokus: Rätsel und Anfang), Früher Neuzeit (thematischer Fokus: Rätsel und obscuritas) und Moderne (thematischer Fokus: Rätsel und Antlitz), die durch zwei diachrone Kapitel, Figuren und Figurationen des Rätsels (1. Sphinx, 2. Turandot), verbunden sind. Die Frage nach dem Umgang mit dem Rätsel impliziert literarische, aber auch literaturwissenschaftliche Selbstpositionierungen, weshalb sich eine Enigmatik immer auch an der Methodik der Literaturwissenschaft selbst bewähren muss.


Publikation:
Doren Wohlleben: Enigmatik. Das Rätsel als hermeneutische Grenzfigur in Mythos, Philosophie und Literatur. Antike - Frühe Neuzeit - Moderne. Heidelberg: Winter 2014.