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Sprachthematisierung und Sprachbewusstheit als fächerübergreifende Herausforderung und Aufgabe. Bestandsaufnahme und Modelle für den Unterricht zur Förderung des mündlichen Sprachgebrauchs in der Sekundarstufe II (Dissertationsprojekt)


Fächerübergreifende Förderung sprachlicher Bildung sowie die damit verbundene Sprachbewusstheit gehören zu den großen bildungspolitischen Zielen der heutigen Zeit (vgl. z. B. KWMBI Nr. 10/2014). Dabei stehen häufig die Lese- und Schreibförderung im Vordergrund, während die Mündlichkeit vernachlässigt wird, trotz ihrer besonderen Relevanz für den Kompetenzerwerb sowie die zahlreichen Anwendungssituationen im täglichen Leben.

Die entstehende Arbeit richtet ihren Fokus, ausgehend von der besonderen Bedeutung mündlicher Kommunikation in Alltag, Schule und Berufsleben auf die Entwicklung einer Gesprächskompetenz, die verstanden wird als umfassende Leistung sowohl in eher monologischen Gesprächssituationen wie Präsentationen oder Reden als auch in dialogischen.

Dabei steht im Blickfeld vor allem die Sekundarstufe II, von der im Hinblick auf Sprachbewusstheit bestimmte grammatische Grundkenntnisse vorausgesetzt werden, so dass nun der Schwerpunkt auf die Entwicklung der sprachlichen (Semantik, Prosodie, Körpersprache) und inhaltlichen Selbstbeobachtung sowie -reflexion gelegt werden kann. 

Nach einer Bestandsaufnahme durch die Analyse von Lehrplänen und Bildungsstandards im Hinblick auf fächerübergreifende Komponenten des Bereiches Mündlichkeit und einen kurzen historischen Abriss über didaktische Konzeptionen zur Förderung der Mündlichkeit hin zu aktuellen Forschungen erfolgt die Ausarbeitung eines eigenen Modells. Dieses basiert auf konstruktivistischen Annahmen (Watzlawick u. a.) sowie Konzepten von Sprachreflexion (Ingendahl) und Sprachsensibilisierung (Budde) und geht davon aus, dass viele Gespräche ebenfalls – wie z. B. das Schreiben von Texten –  prozessorientiert ablaufen, also durch entsprechende Strategien geplant sowie im Anschluss an das und während des Gesprächs reflektiert und ggf. sublimiert werden können. Mit diesem Modell soll neben der theoretischen Fundierung eine handlungsorientierte Förderung der Mündlichkeit im Unterricht aller Fächer der Sekundarstufe II ermöglicht werden.