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Der Kommentar in der Abiturprüfung. Eine empirische Vergleichsstudie zu(m) journalistischen Texten von Schüler(inne)n und Expert(inn)en


Die Aufgabenkultur in der Schule befindet sich im Wandel. Insbesondere im Kompetenzbereich Schreiben kommt es im Zuge der Implementierung von bundesweiten Bildungsstandards und der Verständigung auf länderübergreifende Abitur-Aufgabenformate zu spürbaren Veränderungen in der Unterrichtspraxis. Gerade das materialgestützte Schreiben in adressatenorientierten Kontexten erfährt gegenwärtig große Beachtung. 

Diskutiert wird eine Ablösung von den Aufsatzformen des traditionellen Aufsatzunterrichts bereits seit den 1970er Jahren. Aber erst eine Schreibdidaktik, die sich am Kompetenzbegriff ausrichtet, stellt die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler, kommunikativ-funktional, situationsadäquat und stilistisch vielseitig schreiben zu können, konsequent ins Zentrum der Schreibförderung.

Mit meiner Arbeit möchte ich diese Veränderung der Aufgabenkultur empirisch begleiten und am Beispiel der Textsorte Kommentar das Potential offener, adressatenorientierter Schreibformen im Allgemeinen und journalistischen Schreibens im Speziellen ausloten.

Der Schwerpunkt bisheriger schreibdidaktischer Forschung lag in der Primarstufe und Sekundarstufe I. Dabei zeigen gerade Untersuchungen zur wissenschaftlichen Textkompetenz, dass über die Oberstufe hinaus dringender Förderbedarf besteht. Überdies ist das Schreiben journalistischer Texte für den Deutschunterricht zwar vielfach vorgeschlagen, bisher jedoch vor allem außerhalb des schulischen Kontextes empirisch untersucht worden.

Anknüpfpunkte bieten bereits bestehende Erkenntnisse zu dem für die Textsorte Kommentar konstitutiven schriftlichen Argumentieren und adressatenorientiertem Schreiben, das aktuell im Kontext der Profilierung bzw. Situierung von Schreibaufgaben intensiv diskutiert wird. Im Zentrum dieser Arbeit steht die Frage, wie Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe II die Textsorte Kommentar hinsichtlich zentraler Texthandlungstypen und Textprozeduren realisieren.

Expertentexte als Kontrastfolie ermöglichen zu untersuchen, welche Unterschiede zwischen den Experten- und den Schülertexten in Bezug auf ausgewählte kommunikative Aufgaben und Handlungsschemata bestehen. Ziel dieses Vergleichs ist es, das Niveau der Schülertexte differenziert und präzise beschreiben, überindividuelle Entwicklungen aufzeigen und gezielte Fördermöglichkeiten ableiten zu können. Damit unternimmt diese Arbeit den Versuch, die oben angesprochene Forschungslücke zu schließen und weiterführende Impulse für die sich wandelnde Aufgabenkultur zu geben.