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Lopodunum V


Die Basilika und das Forum des römischen Ladenburg

in: Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg Bd. 124


Johannes Eingartner

mit Beiträgen von:
Sebastian Gairhos, Wolfgang Kuhoff, Bernd Päffgen, Kurt Schurr, Martin Strassburger und Rainer Werthmann

Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart

erschienen 2012 beim Konrad Theiss Verlag

ISBN 978-3-8062-2647-8
2012, 244 Seiten mit 29 Abbildungen, 70 Tafeln und 1 Beilage. 22 x 30,5 cm. Gebunden mit Schutzumschlag.

Inhaltsverzeichnis

Lopodunum

 

Basilika und Forum von Ladenburg erstrecken sich auf einer Fläche von 130 m x 85 m. Das Bauensemble ist in dieser Form im süddeutschen Raum einmalig. Bereits 1911 entdeckte Hermann Gropengießer Teile der Basilika. Rettungsgrabungen von 1984 bis 1997 unter der Leitung C. Sebastian Sommers legten das dem Hallenbau angeschlossene Forum frei und brachten neue Erkenntnisse zur Stratigraphie des gesamten Platzes.

Der Befund wirft viele Fragen auf: Inwieweit wurden Basilika und Forum jemals fertig gestellt? Wie ist der Bau im Detail zu rekonstruieren? Umstritten blieb auch die erstmals von Gropengießer vorgeschlagene Datierung in den Beginn des 3. Jh. n.Chr.

 

Der Autor wertet die bislang unbearbeitete Befund- und Funddokumentation des gesamten Komplexes aus und kommt zu höchst aufschlussreichen Ergebnissen. Wir wissen nun, dass man die Basilika tatsächlich vollendete. Es handelte sich um eine Säulenarchitektur, wie sie bis zum Auftreten der Maxentius- bzw. Konstantinsbasilika am Ende des 3. Jh. n.Chr. das Bild solcher Bauten bestimmte. Des Weiteren steht, dank der Analyse des stratifizierten Fundmaterials durch Sebastian Gairhos, die Datierung von Basilika und Forum in das erste Drittel des 2. Jh. n.Chr. fest. Auch gibt es Hinweise auf die Nutzung der Anlage bis mindestens in severische Zeit, wovon archäologisch eine Reparaturmaßnahme und epigraphisch ein von Wolfgang Kuhoff bearbeiteter Bautitel zeugen. Der Beitrag unter Federführung Bernd Päffgens ist schließlich dem Verhältnis der Basilika zur sich darüber erhebenden gotischen Kirche St.Gallus gewidmet. Daraus geht die Existenz eines bislang nur indirekt zu erschließenden vorromanischen Sakralbaus mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hervor.

 

Auf der Basis der gewonnenen Ergebnisse werden alle früheren Rekonstruktionsversuche noch einmal zusammenfassend diskutiert, um in einen neuen Entwurf sowohl des Grund- als auch des Aufrisses der Anlage einzufließen. Darüber hinaus wurde ein Plan mit sämtlichen Befunden und Grabungsflächen auf der Grundlage des Ladenburger Katasters angefertigt, an dem sich zukünftige Forschungen zu orientieren vermögen.


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