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Nachrichten von der Antike


Archäologische Berichte und Notizen in deutschen Zeitungen und Zeitschriften zwischen 1740 und 1830

Dr. Renate Miller-Gruber (Beginn September 2007) Gefördert durch die Gerda Henkel Stiftung, Düsseldorf

Das Projekt widmet sich innerhalb der Klassischen Archäologie einer kommunikationshistorischen Frage, die bisher so noch nicht gestellt worden ist. Auf welchen Wegen wurden im 18. und frühen 19. Kenntnisse über die Objekte der klassischen Antike und über den wissenschaftlichen Umgang damit in Deutschland verbreitet? Wie wurden dem interessierten Dilettanten konkrete Kenntnisse über die antike Kunst zugänglich gemacht?

Antwort geben Zeitschriften und Zeitungen, die über die Entdeckungen selbst wie auch über ihre Publikation berichten. Ebenso wurde der wissenschaftliche Diskurs behandelt,  wie z.B. die zunächst von Winckelmann angestoßene Diskussion neuer 'kunsthistorischer' Interpretationsmodelle. Ziel der Untersuchung ist es, sowohl die Verbreitung von Wissen wie auch die 'journalistische' Einengung dieses aktuellen, sich im täglichen 'Klassizismus' überall niederschlagenden Interesses konkret zu verfolgen. Damit kann einerseits die Dynamik des neuen Gedankengutes erfaßt werden. Es läßt sich aber auch das Kenntnisniveau des gebildeten Bürgertums in Deutschland analysieren, das nicht über einen direkten Zugang zu solchen Informationen verfügte. Der erstaunliche Erfolg des 'griechischen Stiles' auch abseits der zentralen Orte und Institutionen und der verbreitete Konsens über seine künstlerische Überlegenheit wird damit verständlicher werden.

Erstaunlicherweise sind diese Quellen bis heute weder für die die Archäologie noch für die Kunstgeschichte systematisch ausgewertet worden, obwohl sie die Basis für die Wahrnehmung archäologischer Funde und Forschungen in einer breiteren Öffentlichkeit darstellten.