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Studien zur inner- und nachantiken Wirkungsgeschichte der dorischen Säulenordnung


 

An Hand eines markanten antiken Bauphänomens, der dorischen Säulen- und Gebälkordnung, wird eine längschnittartige Übersicht über die geschichtlichen Wirkungen archaisch-klassischer Architektur von ihrer Entstehung im späten 7. Jh. v. Chr. bis in die Gegenwart erarbeitet. Fragen nach Ursprungsbedeutungen und -verwendungen der dorischen Ordnung während ihrer "vitalen" Phase in der griechischen Architektur des 6. - 4. Jh. v. Chr. sowie die Fixierung einer um 300 Chr. anzusetzenden Zäsur, nach der dieses Formrepertoire ausschließlich retrospektiv verwendet wird, bilden den Ausgangspunkt der Überlegungen. Darauf fußend werden formale und inhaltliche Kontinuitäten sowie Verwendungs- und Bedeutungsveränderungen in allen folgenden antiken und nachantiken Phasen in ausgewählten Beispielen erörtert. Dabei wird sichtbar, daß die Adaption der dorischen Bauordnung weniger als imitativ-zitierender Akt zu verstehen ist, sondern vielmehr als eine von aktiven Impulsen bestimmte Kette zielgerichteter Neukonstruktionen und Umformungen von Antike im jeweils zeitgenössischen Verhältnishorizont.

Abb.: Adolf Loos, Entwurf für ein Verlagsgebäude der Chicago Tribune inmitten der Hochhäuser in der Michigan Avenue in Gestalt einer monumentalen Säule, zweite Version (1922).