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Klassische Archäologie


Klassische Archäologie in Augsburg

Im Studium der Klassischen Archäologie erwerben Sie einen fundierten Überblick über die materielle Kunst und Kultur des antiken Mittelmeerraums sowie wissenschaftliche Grundkompetenzen des Fachs Archäologie. Im Zentrum der Lehre stehen allgemein die griechischen und römischen Kulturphasen mit ihren Auswirkungen auf den europäischen Raum von der Antike bis in die heutige Zeit – im Speziellen auch das römische Augsburg.

Die Klassische Archäologie widmet sich den Alltagsgegenständen, den Werken der Bildenden Kunst, den gestalteten Räumen der Städte und der territorialen Gliederung von Lebensräumen in der Antike. Deren Entstehung, vergangene Funktionen und Bedeutungen werden kritisch reflektiert sowie im Kontext von sozialen Praktiken und Diskursen aus historischer Perspektive betrachtet.

Rund um das Materielle, Visuelle und sozial Erfahrbare der antiken Kultur werden auch komplexe Wechselbeziehungen in den Blick genommen: Beispielsweise die historischen Dimensionen von Traditionen und Traditionsbrüchen in römischen Repräsentationsmedien oder auch griechisch-lokale Entwicklungen in ihrem globalen Kontext. Ebenso spannen vertiefende Fragen – wie etwa solche nach antiken Ernährungsformen oder Migrationsursachen – in ihrem Erkenntnisinteresse den zeitlichen Bogen von der Vergangenheit bis zur Gegenwart.

Grundlagen zum Studium der Klassischen Archäologie in Augsburg

In der Philologisch-Historischen Fakultät der Universität Augsburg kann im forschungsorientierten Studiengang Kunst- und Kulturgeschichte (KuK) im Bachelor sowie Master Klassische Archäologie studiert werden – im Verbund mit den vier Teildisziplinen: Kunstgeschichte, Europäische Ethnologie, Musikwissenschaft und Europäische Regionalgeschichte. Daneben ist die Klassische Archäologie in dem Master-Studiengang Internationale Europastudien (MA IES) vertreten. Somit erweitern Studierende ihr archäologisches Fachwissen durch wichtige fächerübergreifende Kenntnisse und Kompetenzen. Die daraus resultierenden Synergien zeigen sich an zahlreichen Themen, wie das zeitübergreifende Interesse etwa an Ritualen, am Menschenbild, an architektonischer Repräsentation oder an den Formen des Wohnens.

Die allgemeinen Grundlagen des Studiengangs finden Sie unter Studium sowie ausführliche Informationen auf der KuK-Homepage sowie auf der MA IES-Homepage.

 

Klassische Archäologie im BA

Im Basisbereich beinhaltet das BA-Curriculum grundlegende Orientierungskenntnisse, die Ihnen vor allem durch die angeleitete Analyse unterschiedlicher Gattungen vermittelt werden, wie Architektur, Skulptur und Plastik, Malerei, Keramik u. a. in einem Zeitraum, der sich von der Ägäischen Bronzezeit bis hin zur Spätantike erstreckt (ca. 1600 v. Chr. bis ca. 400 n. Chr.). Dazu gehört neben der funktionalen und chronologischen Einordnung der überlieferten Strukturen, Monumente und Funde auch deren kunst- und kulturhistorische Deutung. Anschließend erwerben Sie im Aufbaubereich Ihres BA-Studiums kulturwissenschaftliche Schlüsselkompetenzen und erlangen umfassende Fähigkeiten zum Erkennen von sowie zum kritischen Umgang mit materiellen Kulturformen in deren historischer Dimension. Sie eignen sich die Kernkompetenzen der Klassischen Archäologie an, deren Geschichte bis ins 18. Jh. zurückgeht. Neben archäologischen Methoden und Theorien, der Wissenschafts- und Rezeptionsgeschichte der antiken Kultur ist es unser Anliegen im Vertiefungsbereich des BA-Studiums durch eine interdisziplinäre und internationale Vernetzung auch innovative Ansätze der Archäologie in die Lehre einzubringen. In Entsprechung setzt das Fach ausgehend von laufenden Forschungen auf thematische Schwerpunkte insbesondere auf die griechische Materialkultur in Heiligtümern, die römische Architektur und Urbanistik, aber auch auf die Übertragung theoretischer Ansätze der geisteswissenschaftlichen Forschung (z. B. Gender, Heritage) sowie digitaler und naturwissenschaftlicher Methoden (Georeferenzierung, Space Syntax). Dadurch wird gleichzeitig auch das Kompetenzprofil unserer AbsolventInnen wesentlich bereichert, um ihnen den Zugang zu einem breiten Spektrum an Betätigungsfeldern nach dem Studium zu eröffnen oder auch die Entscheidung für einen Spezialisierungsbereich zu erleichtern, z. B. im Rahmen eines MA-Studiengang.

Dazu bieten diverse archäologische Projekte in Augsburg sowie in Italien den Studierenden verschiedene praktische Möglichkeiten. Beispielsweise wird unter der Leitung von Prof. Dr. Natascha Sojc seit 2014 ein suburbanes Heiligtum im antiken Akragas (Sizilien) mithilfe von Survey und Ausgrabung untersucht. Vor Ort arbeiten die Augsburger Studierenden in einem internationalen Team der Universitäten Leiden (Niederlande) und Palermo (Italien) sowie des archäologischen Parks von Agrigent. Weitere archäologische Projekte in Italien umfassen die Nachbearbeitung bzw. Weiterführung der Forschungen in Pompeji und Ostia sowie in den Kaiserpalästen auf dem Palatin (Rom). Zudem erfolgt die digitale Erfassung und Dokumentation des römischen Augsburg in enger Zusammenarbeit mit der Augsburger Stadtarchäologie im Rahmen eines mehrjährigen GIS-Projekts.

Klassische Archäologie im MA

Im Master-Studium setzten Sie sich vertieft mit der materiellen Kultur der Antike und den Methoden der Klassischen Archäologie auseinander (vgl. a.o.). In den Seminaren eignen Sie sich bestehende Forschungsmeinungen und -inhalte problemorientiert an. Die Themenfelder werden zunehmend diskursiv und mit theoretischen Blickwinkeln erkundet, um Sie an die eigenständige Entwicklung archäologischer Fragestellungen heranzuführen. In fachinternen Kolloquia wie auch in Workshops mit auswärtigen Spezialisten und Exkursionen erproben Sie, sich thesenhaft und methodisch versiert zu Kernthemen der Forschung – auch in englischer Sprache – zu äußern. In diesem Rahmen setzen Sie sich u. a. mit visueller Repräsentation und Kommunikation der Antike, mit Form und Funktion öffentlicher und privater Räume in Griechenland und Rom, ebenso wie mit städtebaulicher Organisation antiker Metropolen und dem ländlichen Zusammenleben antik-indigener Bevölkerungsgruppen auseinander. Im Laufe des MA-Studiums gewähren Ihnen Ausstellungen, feld-archäologische Projekte sowie oftmals Kurse zu praxis- und berufsorientierten Betätigungsfeldern zusätzliche konkrete Anlässe, um eigene Forschungsobjekte zu erschließen, die Sie beispielsweise im Rahmen der MA-Arbeit vertiefend behandeln. Gleichzeitig erlauben es diese speziellen Formate der Lehre im MA-Studium, dass Sie Ihre Befähigung eine qualifizierte Erwerbstätigkeit auszuüben weiterentwickeln. Neben der fachlichen Profilierung sind dies die eigenverantwortlichen Aufgaben bei Ihren Praktika, Projekten und Grabungen, in denen Sie im archäologischen Setting Ihre Team-, Organisations- und Anleitungsfähigkeiten, Ihre Gender- und interkulturellen Kompetenzen sowie Ihre Vernetzungsstrategien erproben und festigen.

 

Kooperationen

Kooperationen bestehen mit der Glyptothek und Antikensammlung in München. Einblicke in die Provinzialrömische Archäologie bieten das Römische Museum Augsburg sowie Lehrveranstaltungen durch Lehrbeauftragte. Gleichfalls besteht eine enge Kooperation mit dem Fach der Alten Geschichte im Rahmen des Altertumswissenschaftlichen Kolloquiums sowie wechselnden interdisziplinären Veranstaltungen zu Nachbardisziplinen, vor allem zu der Europäischen Ethnologie, Kunstgeschichte, Europäischen Regionalgeschichte und Musikwissenschaft.

Berufsmöglichkeiten

Mit dem Abschluss des Bachelor-Studiums verfügen KuK-Studierende über die allgemeinen und speziellen kulturhistorischen Kenntnisse und Methoden des Fächerverbunds. Eine anschließende Spezialisierung in einer der Teildisziplinen, wie der Klassischen Archäologie, bietet sich an. Gerade durch den interdisziplinären Studienaufbau sind mit dem Master-Abschluss vielseitige Berufsziele möglich: im Bereich von Universitäten, archäologischen Museen und Museumspädagogik sowie in den Institutionen des Deutschen Archäologischen Instituts. Die Ausbildung in der Augsburger Fächerkombination ist gerade auch für regionale Museen geeignet. Ein Abschluss versetzt zudem in die Lage, im Bereich der Kulturverwaltung, der medialen Berichterstattung und Wissensvermittlung sowie des Tourismussektors, des Cultural Heritage-Bereichs, der Denkmalpflege und verwandten Berufsbereichen tätig zu werden.