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Internetbegleitung WS 2004/05







INFORMATIONEN ZUM TUTORIUM

Es werden zwei Tutorien angeboten.

  • Dienstag 10.45-12.00 Uhr, Treffpunkt vor dem Sekretariat (Raum 4064)
  • Donnerstag 14.00-15.15 Uhr, Raum 4107 (Bibliothek)

Download: Erwartungshorizont "Das Muster der Initiationsgeschichte in Sarah Orne Jewetts 'A White Heron'" [WORD]






AUSWAHLBIBLIOGRAPHIE

Die Auswahlbibliographie zur Vorlesung kann hier im WORD-Format heruntergeladen werden.




LISTE DER NÄHER BESPROCHENEN TEXTE

Washington Irving, "Rip van Winkle"
Nathaniel Hawthorne, "Young Goodman Brown", "The Birthmark"
Edgar Allan Poe, "The Masque of the Red Death", "The Fall of the House of Usher"
Herman Melville, "Bartleby the Scrivener"
Mark Twain, "The Celebrated Jumping Frog"
Sarah Orne Jewett, "A White Heron"
Kate Chopin, "The Storm", "Desirees Baby"
Sherwood Anderson, "Death in the Woods"
Ernest Hemingway, "The Battler", "The Short Happy Life of Francis Macomber", "Cat in the Rain", "Hills Like White Elephants"
William Faulkner, "A Rose for Emily", "Dry September", "That Evening Sun"
Zora Neale Hurston, "Sweat"
Bernard Malamud, "The Magic Barrel"
Philip Roth, "The Conversion of the Jews"
Issac B. Singer, "The Lecture"
Eudora Welty, "Where is the Voice Coming from?"
John Barth, "Lost in the Funhouse"
Vladimir Nabokov, "The Vane Sisters"
Cynthia Ozick, "The Shawl"
Joyce Carol Oates, "Heat"
Louise Erdrich, "Fleur"
Bharati Mukerjee, "The Management of Grief"




LISTE DER ZWISCHENPRÜFUNGSRELEVANTEN TEXTE

Nathaniel Hawthorne, "The Birthmark"
Herman Melville, "Bartleby the Scrivener"
Sarah Orne Jewett, "The White Heron"
Sherwood Anderson, "Death in the Woods"
Ernest Hemingway, "Hills Like White Elephants"
----, "Cat in the Rain"
William Faulkner, "A Rose for Emily"
----, "Dry September"
----, "That Evening Sun"
Zora Neale Hurston, "Sweat"
Eudora Welty, "Where is the Voice Coming From?"
John Barth, "Lost in the Funhouse"




ERSTE SITZUNG (26.10.04)

Das Handout zur ersten Sitzung kann hier im WORD-Format heruntergeladen werden.


Einordnung der Kurzgeschichten in den literaturgeschichtlichen Kontext:

  • Anfänge der amerikanischen short story in der American Renaissance: "Rip van Winkle" (Washington Irving), “Young Goodman Brown??, “The Birthmark?? (Nathaniel Hawthorne), “The Masque of the Red Death??, “The Fall of the House of Usher?? (Edgar Allan Poe), “Bartleby the Scrivener?? (Herman Melville)
  • Realismus und Local Color Fiction: “The Celebrated Jumping Frog?? (Mark Twain), “A White Heron?? (Sarah Orne Jewett), “The Storm??, “Desiree's Baby?? (Kate Chopin)
  • Moderne: “Death in the Woods?? (Sherwood Anderson), “The Battler??, “The Short Happy Life of Francis Macomber??, “Cat in the Rain??, “Hills Like White Elephants“ (Ernest Hemingway), “A Rose for Emily??, “Dry September??, “That Evening Sun?? (William Faulkner)
  • Harlem Renaissance: “Sweat?? (Zora Neale Hurston)
  • Jüdische Kurzgeschichte: “The Magic Barrel?? (Bernard Malamud), “The Conversion of the Jews?? (Philip Roth), “The Lecture?? (Isaac B. Singer)
  • Kurzgeschichte des amerikanischen Südens: “Where is the Voice Coming from??? (Eudora Welty)
  • Postmoderne: “Lost in the Funhouse?? (John Barth), “The Vane Sisters?? (Vladimir Nabokov)
  • Gegenwart: “The Shawl?? (Cynthia Ozick, jüdisch), “Heat?? (Joyce Carol Oates), “Fleur?? (Louise Erdrich, Native American), “The Management of Grief?? (Bharati Mukerjee, indisch)


Kulturgeschichtlicher Abriss

Das Europa des 17. Jahrhundert ist vom Absolutismus geprägt, der seinen Höhepunkt und sein Zentrum in Frankreich unter der Regierung Ludwig XIV. hat. England ist ab den 1640ern vom Puritanismus unter Cromwells Diktatur geprägt. 1660 kommt es zur Wiedereinsetzung der Monarchie; Charles II. wird König. Dies führt zu Spannungen mit der Neuen Welt, die vom Puritanismus geprägt ist.

Doch abgesehen von der politischen oder religiösen (externen) Motivation, welche innere Motivation hatten die Menschen für eine Auswanderung?

Ein wichtiger Gesichtspunkt ist die Tatsache, dass die neue Welt einen alten Menschheitstraum verkörperte, der später als der American Dream bekannt wurde. Dieser kann unter den folgenden vier Aspekten betrachtet werden:

  • 1. Mythologisch: Neue Welt als Verkörperung des alten Menschheitstraums von Freiheit und Selbstverwirklichung. Assoziiert mit Paradies (Kolumbus) und Atlantis. Führt allerdings bald zur Desillusionierung der Neuankömmlinge.
  • 2. Religiös: Bis heute ein wesentliches Bestimmungsmerkmal der amerikanischen Kultur. Der Puritanismus war prägende Kraft bei der Herausbildung des amerikanischen Selbstverständnisses (Bibel einzig anzuerkennende Autorität, Amerika als zweites Kanaan, ständige Versuchung durch das Böse).
  • 3. Politisch: Starke politische Abhängigkeit in Europa (Feudalismus), soziales Elend. Neue Welt als Ausweg aus dieser Situation.
  • 4. Materiell: Der materielle Aspekt des American Dream kommt später hinzu. Er ist mit den anderen drei Aspekten aufgeladen. Große Rolle des Individualismus: vgl. The Great Gatsby.




ZWEITE SITZUNG (2.11.04)

Prägende Faktoren der amerikanischen Identität

  • Frontier-Erfahrung: Begegnung von Zivilisation und Wildnis. Frederick Jackson Turner, "frontier thesis": frontier mit Erschließung bis zum Pazifik 1890 geschlossen
  • Translatio imperii: das Zentrum der Zivilisation verschiebt sich nach Westen: Naher Osten, Griechenland, Rom, (Heiliges Römisches Reich), England, Neue Welt
  • Multiethnische Verfasstheit Amerikas; vom "melting pot" zur "salad bowl" (multikulturelle Konzeption)

Amerika als "erfundene" Nation: musste sich immer neu definieren. Zusammenhalt der Nation immer gefährdet. Bedürfnis nach patriotischen, einheitsstiftenden Mythen.


Short Story

Weshalb wurde sie innerhalb kürzester Zeit zur typischen und erfolgreichsten Gattung Amerikas?

  • Anfänge in der American Renaissance (Umbruchszeit)
  • Zeitmangel
  • Individualismus
  • Ausbreitung von Zeitschriften und Magazinen als Medien zur Massenunterhaltung
  • Puritanismus verhindert lange Zeit das Entstehen fiktionaler Werke, v.a. auch des Dramas
  • Kein Copyright-Abkommen zwischen England und USA




DRITTE SITZUNG (9.11.04)

Washington Irving: Rip van Winkle

Quelle: "Peter Klaus der Ziegenhirt" (Sage); siehe Artikel von Klaus Lubbers in den Literaturhinweisen

Thema: wie kann man auf der Basis des europäischen Erbes auf amerikanischen Boden etwas Neues schaffen (Palimpsest: z.B. Bild von George III)

  • Raum: Kontrastiv aufgebaut; Sagenstoff wird in die amerikanische Realität hineingebracht; amerikanisches Setting (Landschaft); Hudson River School
  • Zeit: Subjektive Zeiterfahrung Rips; Zeit als historische Größe bzw. kollektive Erfahrungsgröße; Mythopoetischen Zeitebene; Nachtreise
  • Figuren: Rip van Winkle (winkle = Strandschnecke) lebt nicht nach den Werten seiner Zeit (Arbeitsethik; concept of newness etc.); anti-hero
  • Handlung: immer neue Wendepunkte (vertraut vs. fremd)
    1. Wendepunkt: Zusammentreffen mit Fremden in der Wildnis
    2. Wendepunkt: Rückkehr ins Dorf
    3. Wendepunkt: Wiedererkennung durch Dorfbewohner (Reintegration)
  • Erzählperspektive: personaler Erzähler (Rip); Binnenerzähler (Knickerbocker); Rahmenerzähler (Geoffrey Crayon); mündliche und schriftliche Erzähltraditionen verbunden
  • Thematik: Modernes Reflexionsbewusstsein und traumartige Strukturen des Unterbewussten

Literaturhinweise

  • Anderson, Donald R. “Freedom's Lullaby: ‘Rip Van Winkle’ and the Framings of Self-Deception.?? ESQ 46 (2000): 255-83.
  • Blakemore, Steven. “Family Resemblances: The Texts and Contexts of 'Rip Van Winkle.'?? EAL 35 (2000): 187-212.
  • Catalano, Susan M. “Henpecked to Heroism: Placing Rip Van Winkle and Francis Macomber in the American Renegade Tradition.?? Hemingway Review 17 (1998): 111-17.
  • Daigrepont, Lloyd M. “'Rip Van Winkle' and the Gnostic Vision of History.?? CLIO 15 (1985): 47-59.
  • Dawson, William P. “'Rip Van Winkle' as Bawdy Satire: The Rascal and the Revolution.?? ESQ 27 (1981): 198-206.
  • Kuczynski, Peter. “Intertextuality in ‘Rip Van Winkle’: Irving's Use of Busching's Folk-Tale ‘Peter Klaus’ in an Age of Transition." British Romantics as Readers: Intertextualities, Maps of Misreading, Reinterpretations. (Festschrift for Horst Meller.) Hgg. Michael Gassenmeier et al. Heidelberg: Carl Winter, 1998. 295-315.
  • Lubbers, Klaus. "Rip van Winkle." Die amerikanische Kurzgeschichte. Hgg. Karl-Heinz Göller und Gerhard Hoffmann. Düsseldorf: Bagel, 1972. 25-35.
  • Pearce, Colin D. “Changing Regimes: The Case of Rip Van Winkle.?? CLIO 22 (1993): 115-28.
  • Turner, Deanna C. “Shattering the Fountain: Irving's Re-Vision of 'Kubla Khan' in 'Rip Van Winkle.'?? Symbiosis 4 (2000): 1-17.
  • Wolter, Jürgen. “Zur Darstellung der Geschichte der USA in der amerikanischen Short Story: Textvorschläge für einen amerikakundlichen Literaturunterricht.“ Der fremdsprachliche Unterricht 20 (1986): 94-104.
  • Zimmermann, Jutta. “Exemplarisches Erzählen in Washington Irvings 'Rip Van Winkle.'" Studien zur Bedeutung und Funktion exemplarischen Erzählens. Hgg. Bernd Engler und Kurt Müller. Berlin: Duncker & Humblot, 1995. 249-67.




VIERTE SITZUNG (16.11.04)

Nathaniel Hawthorne, "Young Goodman Brown"

  • Unterscheidung "romance" vs. "novel" (romance enthält imaginäre Elemente)
  • allegorische Figuren: "Goodman" Brown, Faith
  • kulturkritischer Hintergrund: puritanische Semiotik, d.h. die Welt wird als lesbares Zeichensystem betrachtet; vgl. Cotton Mather-Intertext in der Beschreibung der Messe im Wald
  • Handelt es sich um eine Initiationsgeschichte? Formal ja, inhaltlich nein, da Brown nur von einem Extrem ins andere umschlägt (kein wirklicher Erkenntnisgewinn)
  • Faith als positiver Charakter: kennt das Unbewußte schon und hat es verarbeitet, bleibt kommunikationsfähig


Definition "Initiationsgeschichte"

The protagonist of a story of initiation belongs to the transitory phase of 'adolescence'. He gains his experiences in the course of a journey [rites de passages] which consists of the three phases of

  • exit,
  • transition, and
  • (re-)entrance

and leads the protagonist from innocence to experience. During this - real or metaphorical - journey the initiate experiences different, mostly unexpected, bewildering, and disillusioning confrontations with representatives of a world hitherto unknown, and is exposed to the various temptations of a devilish tempter figure but can, on the other hand, find help and advice from a fatherly or motherly mentor. The initiate's experiences culminate in recognition or an insight bringing about an irreversible change, which often refers to the painful discovery of the disparity between appearance and reality.

Aus: Peter Freese, The American Short Story: 1. Initiation (Paderborn: Schoeningh, 1986).


Literaturhinweise: Young Goodman Brown"

  • Benoit, Raymond. "'Young Goodman Brown:' The Second Time Around." Nathaniel Hawthorne Review 19.2 (1993): 18-21.
  • Berkove, Lawrence I. "'Reasoning as We Go': The Flawed Logic of Young Goodman Brown." Nathaniel Hawthorne Review 24.1 (1998): 46-52.
  • Easterly, Joan Elizabeth. "Lachrymal Imagery in Hawthorne's 'Young Goodman Brown.'" Studies in Short Fiction 28.3 (1991): 339-43.
  • Franklin, Benjamin, V. "Goodman Brown and the Puritan Catechism." ESQ 40.1 (1994): 66-88.
  • Johanyak, Debra. "Romanticism's Fallen Edens: The Malignant Contribution of Hawthorne's Literary Landscapes." CLA Journal 42.3 (1999): 353-63.
  • Kim, Ji Won. "Text Identifies Its Reader: A Reading of Hawthorne's 'Young Goodman Brown.'" Journal of English Language and Literature 42.1 (1996): 141-58.
  • Stouck, David. "A Confused and Doubtful Sound of Voices: Ironic Contingencies in the Language of Hawthorne's Romances." Modern Language Review 92.3 (1997): 559-72.




FÜNFTE SITZUNG (23.11.04)

Nathaniel Hawthorne, "The Birthmark"

  • Thematik: Macht und Grenzen der Wissenschaft ("cosmetic surgery"): tödlicher Perfektionsdrang
  • Erzähler: ständige Perspektivwechsel, dadurch Betonung der Leserrolle (vgl. Wolfgang Isers Rezeptionsästhetik); Charakterisierung der Figuren eher durch Selbstdeutung und Hinweise im Text als durch Kommentare des auktorialen Erzählers
  • Figuren:
    Aylmer: epochentypischer "mad scientist", vgl. Faust, Pygmalion
    Georgiana: Leitbild der Victorian Woman, zeigt durch Märtyrertod Grenzen der Wissenschaft auf
    Aminadab: naturverbunden, "bad anima", Untermensch, aber tiefere Einsichten als die anderen Charaktere
  • Raum: natural vs. artificial space; Gothic space
  • Zeit: Kampf gegen Vergänglichkeit
  • Symbolik: Handform des Muttermals, vgl. Aylmers Hand
  • weitere wichtige Kurzgeschichten Hawthornes: "Rappacini's Daughter", "The Minister's Black Veil", "The Maypole of Merrymount"

Literaturhinweise: "The Birthmark"

  • Hartnett, Stephen. "'It Is Terrible to Possess Such Power!': The Critique of Phrenology, Class, and Gender in Hawthorne's 'The Birth Mark.'" Prospero 5 (1998): 5-26.
  • Lammers, John. "Powers' Eve Tempted: Sculpture and 'The Birth-Mark.'" Publications of the Arkansas Philological Association 21.2 (1994): 41-58.
  • McMurray, Price. "'Love Is as Much Its Demand, as Perception': Hawthorne's 'Birthmark' and Emerson's 'Humanity of Science.'" ESQ 47.1 (2001): 1-31.
  • Polette, Keith. "Defacing the Soul: Acts of Animaversion in 'The Birthmark.'" JAISA 4.2 (1999): 31-42.
  • Rosenberg, Liz. "'The Best That Earth Could Offer': 'The Birth-Mark,' a Newlywed's Story." Studies in Short Fiction 30.2 (1993): 145-51.
  • Shakinovsky, Lynn. "The Return of the Repressed: Illiteracy and the Death of the Narrative in Hawthorne's 'The Birthmark.'" American Transcendental Quarterly 9.4 (1995): 269-81.
  • Weinstein, Cindy. "The Invisible Hand Made Visible: 'The Birth-Mark.'" Nineteenth Century Literature 48.1 (1993): 44-73.




SECHSTE SITZUNG (30.11.04)

Edgar Allan Poe

  • Biographie: von Extremen gekennzeichnet (armer Außenseiter)
  • orientiert sich an E.T.A. Hoffmann, Lord Byron
  • "A Tell-Tale Heart": unreliable narrator; verzerrte Wahrnehmung wird auf Erzähler selbst zurückgespiegelt
  • entwickelt Theorie der short story (siehe 2. Sitzung)
  • "The Masque of the Red Death": traditionelle Parabel von Hochmut und Fall, aber formale Komplizierung: Rückkehr des Verdrängten, Verbindung Leben/Tod (vgl. Blut-Motiv, Farbe rot), außen/innen; Gegensätze werden zugespitzt, aber Zusammenhang tritt hervor, am Ende Verschmelzung
  • Einzelaspekte der Geschichte:
    - Raum: sieben verschiedenfarbige Zimmer als architektonische Phantasien des Prinzen
    - Zeit: Tanzende erstarren, wenn die Stunde schlägt (Leben/Tod)
    - Figuren: Masken; grotesk

Literaturhinweise: "The Masque of the Red Death"

  • Cheney, Patrick. "Poe's Use of The Tempest and the Bible in 'The Masque of the Red Death.'" English Language Notes 20.3-4 (1983): 31-39.
  • Du Plessis, Eric H. "Deliberate Chaos: Poe's Use of Colors in 'The Masque of the Red Death.'" Poe Studies 34.1-2 (2001): 40-42.
  • Goodwin, Sarah Webster. "Poe's 'Masque of the Red Death' and the Dance of Death." Medievalism in American Culture. Hgg. Bernard Rosenthal, Paul E. Szarmach und Leslie J. Workman. Binghamton, NY: Center for Medieval & Early Renaissance Studies, 1987. 17-28.
  • Link, Franz. "Edgar Allan Poe: Romantik und Moderne." Romantik. (LIR 26.) Hgg. Vera Alexander und Monika Fludernik. Trier: WVT, 2000. 51-67.
  • Vanderbilt, Kermit. "Art and Nature in 'The Masque of the Red Death.'" Nineteenth-Century Fiction 22.4 (1968): 379-89.
  • Zapf, Hubert. "Entropic Imagination in Poe's 'The Masque of the Red Death.'" College Literature 16.3 (1989): 211-218.
  • Zimmerman, Brett. "Allegoria and Clock Architecture in Poe's 'The Masque of the Red Death.'" Essays in Arts and Sciences 29 (2000): 1-16.




SIEBENTE SITZUNG (7.12.04)

E.A. Poe, "The Fall of the House of Usher"

  • Anfang: surreal, Motivik weist auf Untergang voraus (Herbst, Abend, Schatten), descensus ad infero, Welt des Unbewußten
  • Roderick Usher vereint Fremdes und Vertrautes
  • Ereignisse werden auf Erzähler bezogen
  • enges Wechselverhältnis Mensch/Raum: Haus ähnelt Gesicht, Totenkopf
  • Spiegelmotiv: Erzähler in Figuren, Figuren im Raum

E.A. Poes Detektivgeschichten

  • nennt sie "tales of ratiocination", d.h. Betonung der Vernunft, aber Unbewußtes spielt hinein; Detektiv als "poet and mathematician"
  • Grundschema: Meisterdetektiv (individualistisch, methodisch, intuitiv), Helfer (Leser im Text), Polizeiapparat (übereifrig, bürokratisch, inkompetent)
  • Beispiel: "The Murders of the Rue Morgue"

Literaturhinweise: "The Fall of the House of Usher"

  • Bailey, J. O. "What Happens in 'The Fall of the House of Usher'?" American Literature 35.4 (1964): 445-66.
  • Brunotte, Ulrike. "Hinab in den Maelstrom": Das Mysterium der Katastrophe im Werk Edgar Allan Poes. Stuttgart: Metzler, 1993.
  • Fisher, Benjamin Franklin, IV. "Playful 'Germainism' in 'The Fall of the House of Usher': The Storyteller's Art." Ruined Eden of the Present: Hawthorne, Melville, Poe. Hgg. G.R. Thompson, Virgil L. Lokke und Chester E. Eisinger. West Lafayette: Purdue UP, 1981. 355-374.
  • Gruesser, John C. "Madmen and Moonbeams: The Narrator in 'The Fall of the House of Usher.'" Edgar Allan Poe Review 5.1 (2004): 80-90.
  • Hansen, Thomas S. "Poe's 'German' Source for 'The Fall of the House of Usher': The Arno Schmidt Connection." Southern Humanities Review 26.2 (1992): 101-29.
  • Hustis, Harriet. "'Reading Encrypted but Persistent': The Gothic of Reading and Poe's 'The Fall of the House of Usher.'" Studies in American Fiction 27.1 (1999): 3-20.
  • Kendall, Lyle H. "The Vampire Motif in 'The Fall of the House of Usher.'" College English 24.6 (1963): 450-53.
  • Lippe, George von der. "The Figure of E. T. A. Hoffmann as Doppelgänger to Poe's Roderick Usher." MLN 92.3 (1977): 525-34.
  • Stein, William Bysshe. "The Twin Motif in 'The Fall of the House of Usher.'" MLN 75.2 (1960): 109-11.
  • Thompson, G. R. "Poe and the Paradox of Terror: Structures of Heightened Consciousness in 'The Fall of the House of Usher.'" Ruined Eden of the Present: Hawthorne, Melville, Poe. Hgg. G.R. Thompson, Virgil L. Lokke und Chester E. Eisinger. West Lafayette: Purdue UP, 1981. 313-340.




ACHTE SITZUNG (14.12.04)

Herman Melville, "Bartleby the Scrivener"

  • Raum: konstruiert ("everlasting shade" -> Schattenwelt, "death-in-life"; Bedeutung der Wände -> Leo Marx, "The Parable of the Walls", siehe Literaturhinweise)
  • Figuren: Erzähler (Anwalt; typ. Vertreter der Wallstreet, aber Bartleby bleibt in seinem Gedächtnis -> erzählt Geschichte, um sie zu verareiten), Bartleby, Gehilfen ( Turkey, Nippers, Ginger Nut) -> zeigen entgegengesetzte Impulse des Funktionierens bzw. des sich Verweigerns
  • Zeitgestaltung: Zeitlupentempo, Wiederholungen ( "I prefer not to")
  • Handlung: Höhepunkt: Erzähler besucht Bartleby im Gefängnis -> Berührung -> schockartige Erfahrung von Nähe
  • Symbolik: Bartleby im Tod in embryonaler Haltung; Gras wächst im Gefängnis -> Regeneration; Dekonstruktion vs. Regeneration (Energie geht auf Erzähler über)
  • Weitere Deutungsmöglichkeiten:
    - Biografisch (Melville weigert sich so zu schreiben, wie es Öffentlichkeit erwartet; Geisteskrankheit in der Familie)
    - Sozial/ gesellschaftlich (Protest gegen Vorgänge an der Wallstreet)
    - Politisch ( "civil disobedience" -> Thoreau)
    - Religiös ( Bartelby als Christusfigur / freiwilliger Märtyrer)
    - Gattung (gothic story -> Bartleby als Geist; Satire/Ironie)
    - Rezeptionsästhetisch (hohe Unbestimmtheit des Textes)
    - Kulturelle Ökologie (Text als Medium dieser kulturellen Ökologie)

Literaturhinweise: "Bartleby the Scrivener"

  • Agamben, Giorgio. Bartleby oder Die Kontingenz. Berlin: Merve, 1998.
  • Brennan, Matthew C. "Melville's Bartleby as an Archetypal Shadow." Journal of Evolutionary Psychology 13.3-4 (1992): 318-21.
  • D'Avanzo, Mario. "Melville's 'Bartleby' and John Jacob Astor." New England Quarterly 44.2 (1968): 259-64.
  • Deleuze, Gilles. Bartleby oder Die Formel. Berlin: Merve, 1994.
  • Desmarais, Jane. "Preferring Not To: The Paradox of Passive Resistance in Herman Melville's 'Bartleby.'" JSSE 36 (2001): 25-39.
  • Dilworth, Thomas. "Narrator of 'Bartleby': The Christian-Humanist Acquaintance of John Jacob Astor." Papers on Language and Literature 38.1 (2002): 49-75.
  • Foley, Barbara. "From Wall Street to Astor Place: Historicizing Melville's 'Bartleby.'" American Literature 72.1 (2000): 87-116.
  • Habermeier, Steffi. "On Interpreting Bartleby." Zeitschrift für Anglistik und Amerikanistik 42.4 (1994): 352-63.
  • Kuebrich, David. "Melville's Doctrine of Assumptions: The Hidden Ideology of Capitalist Production in 'Bartleby.'" New England Quarterly 69.3 (1996): 381-405.
  • Marcus, Mordecai. "Melville's Bartleby as a Psychological Double." College English 23.5 (1962): 365-68.
  • Marx, Leo. "Melville's Parable of the Walls." Melville's Short Novels: Authoritative Texts, Contexts, Criticism. Hg. Dan McCall. New York: Norton, 2002. 239-56.
  • McCall, Dan, Hg. Melville's Short Novels: Authoritative Texts, Contexts, Criticism. New York: Norton, 2002.
  • Norman, Liane. "Bartleby and the Reader." New England Quarterly 44.1 (1971): 22-39.
  • Pribek, Thomas. "The 'Safe' Man of Wall Street: Characterizing Melville's Lawyer." Studies in Short Fiction 23.2 (1986): 191-195.
  • Reed, Naomi C. "The Specter of Wall Street: 'Bartleby, the Scrivener' and the Language of Commodities." American Literature 76.2 (2004): 247-73.
  • Spector, Robert Donald. "Melville's 'Bartleby' and the Absurd." Nineteenth Century Fiction 16.2 (1961): 175-77.
  • Wilson, James C. "'Bartleby': The Walls of Wall Street." Arizona Quarterly 37.4 (1981): 335-346.




NEUNTE SITZUNG (21.12.04)

Kate Chopin, "Désirée's Baby"

  • Literaturgeschichtlicher Hintergrund: Realismus (Professionalisierung des Schriftstellerberufs; Massenproduktion von Texten; typisch amerikanische Themen; Durchschnittsmenschen im Fokus; Dialektsprache); Local Color: Definition siehe Oxford Companion to American Literature; setting wird betont
  • Zielgerichtet komponiert; überraschende Wendung am Schluss
  • Alltägliche Probleme einer Ehe -> im Alltäglichen wird das Ungewöhnliche aufgedeckt (Mann verstößt seine Frau, nachdem er entdeckt, dass Kind schwarzes Blut hat; findet am Ende Brief seiner Mutter, in der sie seinem Vater schreibt, dass sie es ist, die schwarze Vorfahren hat)
  • Zentrale Blindstellen werden in Projektionen auf andere verwandelt -> Literatur deckt diese Blindstellen auf

Sarah Orne Jewett, "A White Heron"

  • zwei Teile:
    1. Abend: Sylvia trifft Ornitologen; Versprechen ihm zu helfen
    2. Morgen: steigt auf Baum und entdeckt Reiher; verschweigt dies aber
  • Thema: Initiationsgeschichte (erotisches Erwachen; Konfrontation mit weißem Reiher); Reise
  • Raum: idyllisch-pastorales Setting; Stadt ("death-in-life") vs. Land; Baum
  • Mentoren: junger Mann (zugleich tempter); weißer Reiher (Vogel des Morgens; steht für das Seelische; Sylvia entdeckt tieferes Ich durch Begegnung mit Natur; Vogel als alter ego)
  • Meer: Symbol des Lebens

Sherwood Anderson: Death in the Woods

  • Frühe Moderne: Medium der Kunst selbst wird zur Erkundung der amerikanischen Realität verwendet: " a storyteller's story"
  • Raum: Kontrast Wildnis (Wiedergeburt, Transformationskräfte, Emerson: "in the woods is perpetual youth") vs. Zivilisation (zweckhaft); Weg der alten Frau zielgerichtet -> Unterbrechung -> Hunde laufen im Kreis um sie herum: Ritual, Kreislauf des Lebens; Grenzerfahrung am Fuß eines Baumes (vgl. Hawthornes "Young Goodman Brown")
  • Zeit: Nacht -> Mythos, Unbewusstes

Literaturhinweise: "Désirée's Baby"

  • Arner, Robert D. “Pride and Prejudice: Kate Chopin's 'Désirée's Baby.’?? Critical Essays on Kate Chopin. Hg. Alice Hall Petry. New York: Hall, 1996. 139-46.
  • Bauer, Margaret D. “Armand Aubigny, Still Passing after All These Years: The Narrative Voice and Historical Context of ‘Désirée's Baby.’?? Critical Essays on Kate Chopin. Hg. Alice Hall Petry. New York: Hall, 1996. 161-83.
  • Erickson, Jon. “Fairytale Features in Kate Chopin's 'Désirée's Baby': A Case Study in Genre Cross-Reference.?? Modes of Narrative: Approaches to American, Canadian and British Fiction. Hgg. Reingard M. Nischik and Barbara Korte. Würzburg: Königshausen & Neumann, 1990. 57-67.
  • Fitz, Brewster E. “Kate Chopin's 'Désirée's Baby': Emancipating the Readers.?? Short Story 8.1 (2000): 78-91.
  • Toth, Emily. “Kate Chopin and Literary Convention: ‘Désirée's Baby.’?? Southern Studies 20.2 (1981): 201-208.

Literaturhinweise: "A White Heron"

  • Church, Joseph. “Romantic Flight in Jewett's 'White Heron.’?? Studies in American Fiction 30.1 (2002): 21-44.
  • Held, George. “Heart to Heart with Nature: Ways of Looking at 'A White Heron.’?? Colby Library Quarterly 18.1 (1982): 55-65.
  • Kelchner, Heidi. “Unstable Narrative Voice in Sarah Orne Jewett's 'A White Heron.’?? Colby Quarterly 28.2 (1992): 85-92.
  • Zanger, Jules. “'Young Goodman Brown' and 'A White Heron': Correspondences and Illuminations.?? Papers on Language and Literature 26.3 (1990): 346-357.

Literaturhinweise: "Death in the Woods"

  • Colquitt, Clare. „The Reader as Voyeur: Complicitous Transformations in 'Death in the Woods.’?? MFS 32.2 (1986): 175-190.
  • Miller, William V. “Psychological Stasis or Artistic Process: The Narrator Problem in Sherwood Anderson's 'Death in the Woods.’?? The Old Northwest 15.1-2 (1990): 29-41
  • Miller, William V. “Texts, Subtexts and More Texts: Reconstructing the Narrator's Role in Sherwood Anderson's 'Death in the Woods.’?? Exploring the Midwestern Literary Imagination. Hg. Marcia Noe. Troy, NY: Whitston, 1993. 86-98.
  • Zanger, Jules. “Cold Pastoral: Sherwood Anderson's 'Death in the Woods.’?? The Old Northwest 15.1-2 (1990): 19-28.




ZEHNTE SITZUNG (11.1.05)

Ernest Hemingway

  • wichtige Werke: In Our Time (1925, Kurzgeschichtensammlung über Nick Adams), The Sun Also Rises (1926, in England als Fiesta erschienen), A Farewell to Arms (1929, über 1. Weltkrieg), For Whom the Bell Tolls (1940, über spanischen Bürgerkrieg), The Old Man and the Sea (1952); spielen meist nicht in den USA (Internationalität der Moderne)
  • Einflüsse: Journalismus; Gertrude Stein, Ezra Pound (Objektivierung subjektiver Gefühle), T.S. Eliot (objective correlative), Paul Cézanne (Grundstrukturen)
  • iceberg theory: Auslassung als entscheidende Dimension des Textes, dadurch Aufwertung der Leserrolle

"Cat in the Rain"

  • desexualisierte Ehe, Katze smybolisch für das Animalische
  • Kinderwunsch: Hotelbesitzer erfüllt ihn ersatzweise (psychoanalytische Deutung)
  • Ende: absurd, parodistisch

"Hills Like White Elephants"

  • emotionale Intelligenz der Frau vs. leere Objektivität des Mannes: Unterminierung von Geschlechterstereotypen (siehe Aufsatz von Pamela Simley, "Literaturhinweise")
  • "white elephants" als Ausdruck des Imaginären
  • Landschaftssymbolik: Fruchtbarkeit vs. Sterilität

Literaturhinweise: Ernest Hemingway

  • Ahrends, Günter. "A Clean, Well-Lighted Place." Die amerikanische Kurzgeschichte: Theorie und Entwicklung. Stuttgart: Kohlhammer, 1980.
  • Benson, Jackson J., Hg. New critical approaches to the short stories of Ernest Hemingway. Durham: Duke UP, 1990.
  • Smiley, Pamela. "Gender-Linked Miscommunication in 'Hills Like White Elephants.'" Hemingway Review 8.1 (1988): 2-12.
  • Zapf, Hubert. "Die Leserrolle in Ernest Hemingways 'The Stort Happy Life of Francis Macomber.'" Arbeiten aus Anglistik und Amerikanistik 11.1 (1986): 19-39.
  • Zapf, Hubert. "Reflection vs. Daydream: Two Types of the Implied Reader in Hemingway's Fiction." College Literature 15.3 (1988): 289-307.




ELFTE SITZUNG (18.1.05)

Ernest Hemingway, "The Battler"

  • Initiationsreise Nick Adams'; literarische Verarbeitung kultureller Grenzerfahrungen
  • Reise, neue Erfahrung; Nicks Erfahrung passt nicht zur Wirklichkeit (naiv)
  • Bugs ist Schwarzer; verhält sich wie Diener, hat aber Kontrolle; Denker
  • Ad Francis; ehemaliger Preisboxer; handelt impulsiv; Name zeigt Gemeinsamkeiten mit Nick Adams auf -> auch Nick hat durch blaues Auge kleine Deformation; er befindet sich in der Anfangsphase, selbst ein "Battler" zu werden
  • Gegensatz Zivilisation (Eisenbahnschienen: gerader Weg) - Natur (Sumpf: unergründlich, ungreifbar); Feuer: archaische Anfänge der Zivilistion
  • Zeit: Zwielicht, Übergang

Ernest Hemingway, "The Short Happy Life of Francis Macomber"

  • untypisch: zeitliche Rückblicke, in der von Löwenjagd erzählt wird, bei der sich Macomber vor allen blamiert
  • "short happy life" nur in der kurzen Spanne des Mutes, in der er auf den Büffel schießt und die zu seinem Untergang führt; in dieser Spanne keine Angst; in der Grenzsituation der Begegnung mit dem Tod Erfahrung des Glücks
  • Wilson (Jagdführer): Code Hero (unterminiert): scheint sich an Regeln zu halten, bricht diese aber auch; Engländer (Vertreter der Kolonialmacht); Einzelgänger; menschliche Kälte (Augen); rotes Gesicht (koloniale Scham)
  • Zentrale (Unbestimmtheits-)Stelle: Motiv für den Schuss wird ausgelassen: will Mrs. Macomber ihren Mann töten oder retten?

Ernest Hemingway, "The Snows of Kilimanjaro"

  • Viele Rückblenden (Krieg, Skifahren); in Kursivschrift -> viele Zeitebenen
  • Todeserlebnis als Tagtraum gestaltet; fantastische Elemente missen sich in Realismus
  • Kilimanjaro als metaphysische, sublime Dimension

William Faulkner

  • Explizite Metaphorik; Langform der Kurzgeschichte; spricht Dinge aus -> im Gegensatz zu Hemingway
  • gothic writing; Einbeziehung des Imaginären und Phantastischen
  • Beziehungsgeflecht von Figuren in kulturellen Zusammenhängen (Südstaaten, Provinz)

A Rose for Emily

  • Genette: histoire (Geschehnisse, die erzählt werden) vs. récit (die Erzählung selbst); hier: récit verfremdet histoire stark, indem nur einzelne Szenen ohne chronologische Reihenfolge wiedergegeben werden --> Präsenz der Vergangenheit in der Gegenwart; Rekonstruktion der Vergangenheit
  • Erzählerstimme: kollektives "we" = Stadt
  • Emily: Ikone einer untergegangenen Epoche
  • Konstruiert: Pointe ganz am Ende; viele Hinweise im Text

Literaturhinweise: "The Battler"

  • Fitts, Bill D. "'The Battler': Lexical Foregrounding in Hemingway." Language & Literature 7.1-3 (1982): 81-92.
  • Gerogiannis, Nicholas. "Nick Adams on the Road: 'The Battler' as Hemingway's Man on the Hill." Critical Essays on Ernest Hemingway's In Our Time. Hg. Michael S. Reynolds. Boston: Hall, 1983. 176-188.
  • Monteiro, George. "'This Is My Pal Bugs': Ernest Hemingway's 'The Battler.'" Studies in Short Fiction 23.2 (1986): 179-183.
  • Willis, Mary Kay. "Structural Analysis of 'The Battler.'" Language and Literature 11-12 (1986-1987): 67-76.

Literaturhinweise: "The Short Happy Life of Francis Macomber"

  • Baym, Nina. "'Actually, I Felt Sorry for the Lion': Reading Hemingway's 'The Short Happy Life of Francis Macomber.'" New Critical Approaches to the Short Stories of Ernest Hemingway. Hg. Jackson J. Benson. Durham: Duke UP, 1990. 112-120.
  • Breuer, Horst. "Hemingway's 'Francis Macomber' in Pirandellian and Freudian Perspectives." Studies in American Fiction 31.2 (2003): 233-48.
  • Breuer, Horst und Dieter Olhmeier. "Reise ins finsterste Afrika: Psychoanalytische Bemerkungen zu Ernest Hemingways Erzählung 'The Short Happy Life of Francis Macomber.'" Amerikastudien 30.1 (1985): 47-57.
  • Cheatham, George. "Margot Macomber's Voice in Hemingway's 'The Short Happy Life of Francis Macomber.'" Soundings 83.3-4 (2000): 739-64.
  • Zapf, Hubert. "Die Leserrolle in Ernest Hemingways 'The Stort Happy Life of Francis Macomber.'" Arbeiten aus Anglistik und Amerikanistik 11.1 (1986): 19-39.

Literaturhinweise: "The Snows of Kilimanjaro"

  • Johnston, Kenneth G. "'The Snows of Kilimanjaro': An African Purge." Studies in Short Fiction 21.3 (1984): 223-227.
  • Friedman, Norman. "Harry or Ernest? The Unresolved Ambiguity in 'The Snows of Kilimanjaro.'" Creative and Critical Approaches to the Short Story. Hg. Noel Harold Kaylor, Jr. Lewiston, NY: Mellen, 1997. 359-73.
  • Kinnamon, Keneth. "The Politics of 'The Snows of Kilimanjaro.'" Value and Vision in American Literature: Literary Essays in Honor of Ray Lewis White. Hg. Joseph Candido und Charles H. Adams. Athens, OH: Ohio UP, 1999. 15-31.
  • Küsgen, Reinhardt. "'The Snows of Kilimanjaro': Hemingway, Bunyan und die Welt der romance." Motive and Themen in englischsprachiger Literatur als Indikatoren literaturgeschichtlicher Prozesse. Hgg. Heinz-Joachim Müllenbrock und Alfons Klein. Tübingen: Niemeyer, 1990. 361-375.




ZWÖLFTE SITZUNG (25.1.05)

"A Rose for Emily" (Fortsetzung)

  • Titel: Rose -> Zimmer rosafarben: Symbol des Lebens und der Liebe; death in life: Gegensatz Rose <-> Skelett
  • Zeit: Eindrücke zeitliche Tiefe: "the past in the presence" -> für Leser wird Erinnerung geschaffen; Emily ist Anachronismus; Ikone und Idol der Südstaatengesellschaft
  • Bild der Frau: erodiert von innen: anfangs Southern Belle (Tableau-Szene), später moderne Frau (kurze Haare), groteske Wasserleiche (death in life-Motiv), active man (eisengraues Haar, maskuline Züge)
  • Gründe für Mord an Homer Barron:
    - Er hätte sie nicht geheiratet
    - Fixierung auf Vater -> tötet Homer an seiner Stelle
    - Psychologische Gründe aus der Kindheit
    - Tötet Liebhaber so wie Vater immer alle Liebhaber vertrieben hat (Über-Ich); hält Liebhaber auch, in dem sie ihn tötet (Es)
  • Interpretationsmöglichkeiten:
    - Psychologisch (s.o.)
    - Kulturelle Interpretation: Schattenseite der Southern Belle
    - Allgemein menschlich: freigeben vs. besitzen wollen
  • Symbolik: Emily als Göttin; haunted house (Poe); Staub: Todessymbolik; "Waste Land"; Grab: mit Blumen geschmückt; Zeichnung des Vaters steht über Grab (Über-Ich)
  • Perspektive: kollektives "we" der Stadtbevölkerung
  • Tobe: schwarzer Diener; Wissen um Emily; Komplize?; postkolonial

"Dry September"

  • Zentrales Thema: Konfrontation der Rassen innerhalb der Südstaaten
  • McLendon: unreflektiertes Ausleben von Aggressionen, weil Lebensträume enttäuscht sind; aggressiv, frustriert, gescheitert -> Täter und Opfer
  • Minnie Cooper: Parodie einer Southern Belle; frustriert; genauso schuldig wie McLendon; setzt Gerücht wegen mangelnder Aufmerksamkeit in die Welt; anachronistisch, seltsam -> Täter und Opfer
  • Will Mayes: Opfer, Sündenbock
  • Henry Hawkshaw: sympathisch, common sense; aber schlägt Will Mayes auch -> Stimme der Humanität hat keine realistische Chance gegen Gewalt und Vorurteile
  • Struktur: 5 Teile -> Drama (Exposition, Steigerung, turning point, Dénouement, Lösung)
  • Symbolik: Dust (Gerücht), "bloody" (Tod wird vorweggenommen), "twilight" (unbestimmte Übergangsphase), "Waste Land"-Motiv
  • Zeit: Spätsommer -> Übergang zum Herbst; Übergang zur Nacht
  • Raum: öffentlich (barbershop) -> halböffentlich (Eisfabrik) -> privat (McLendons Haus)
  • Verstärkter Rassismus nach der Reconstruction: verstärkte Rassengesetzgebung; Lynchjustiz-> Perversion kollektiv verankert

Zora Neale Hurston, "Sweat"

  • Hurston richtet Aufmerksamkeit weniger auf Schuld der weißen Gesellschaft, als auf Leistungen und Probelme der schwarzen Gesellschaft: gender; schwarze Kreativität, die trotz Unterdrückung stattfand; Dialektsprache, Folklore (z.B. storytelling)
  • Aufdecken bestimmter Formen der Interaktion; community life; gender
  • Biblische Anspielungen: "sweat" -> Paradies ("Im Schweiße deines Angesichts")
  • Zentrales Symbol: Schlange: Symbol des Bösen, des Abfalls von Gott, der Rebellion Satans gegen Gott -> "bull whip", Klapperschlange; Name "Sykes": Zischlaut; Inkarnation des Bösen

Literaturhinweise: "A Rose for Emily"

  • Allen, Dennis W. "Horror and Perverse Delight: Faulkner's 'A Rose for Emily.'" Modern Fiction Studies 30.4 (1984): 685-696.
  • Bourdieu, Pierre. "A Reflecting Story." Rediscovering History: Culture, Politics, and the Psyche. Hg. Michael S. Roth. Stanford: Stanford UP, 1994. 371-377.
  • Littler, Frank A. "The Tangled Thread of Time: Faulkner's 'A Rose for Emily.'" Notes on Mississippi Writers 14.2 (1982): 80-86.
  • Rodgers, Lawrence R. "'We All Said, 'She Will Kill Herself'': The Narrator/Detective in William Faulkner's 'A Rose For Emily.'" Clues 16.1 (1995): 117-29.
  • Skinner, John L. "'A Rose for Emily': Against Interpretation." Journal of Narrative Technique 15.1 (1985): 42-51.
  • Watkins, Floyd C. "The Structure of 'A Rose for Emily.'" Modern Language Notes 69.7 (1954): 508-10.
  • West, Ray B., Jr. "Atmosphere and Theme in 'A Rose for Emily.'". Readings on William Faulkner. Hg. Clarice Swisher. San Diego: Greenhaven, 1998. 65-73.

Literaturhinweise: "Dry September"

  • Crane, John K. "But the Days Grow Short: A Reinterpretation of Faulkner's 'Dry September.'" Twentieth Century Literature 31.4 (1985): 410-20.
  • Dessner, Lawrence Jay. "William Faulkner's 'Dry September': Decadence Domesticated." College Literature 11.2 (1984): 151-162.
  • Ford, Arthur L. "Dust and Dreams: A Study of Faulkner's 'Dry September.'" College English 24.3 (1962): 219-20.
  • Volpe, Edmond L. "'Dry September': Metaphor for Despair." College Literature 16.1 (1989): 60-65.

Literaturhinweise: "Sweat"

  • Baum, Rosalie Murphy. "The Shape of Hurston's Fiction." Zora in Florida. Hgg. Steve Glassman und Kathryn Lee Seidel. Orlando: U of Central Florida, 1991. 94-109.
  • Hurd, Myles Raymond. "What Goes Around Comes Around: Characterization, Climax, and Closure in Hurston's 'Sweat.'" Langston Hughes Review 12.2 (1993): 7-15.
  • Hurston, Zora Neale. Dust Tracks on a Road: An Autobiography. New York: Perennial, 1996.
  • Seidel, Kathryn Lee. "The Artist in the Kitchen: The Economics of Creativity in Hurston's 'Sweat.'" Zora in Florida. Hgg. Steve Glassman und Kathryn Lee Seidel. Orlando: U of Central Florida, 1991. 110-20.




DREIZEHNTE SITZUNG (1.2.05)

Zora Neale Hurston, "Sweat" (Fortsetzung)

  • Delia: Schlangenphobie; wird von Ehemann Sykes unterdrückt; hart arbeitend -> "Sweat"; zunächst schwach und unterdrückt -> entwickelt Stärke; wandelt sich im Laufe der Geschichte zum "Bösen"
  • Sykes: assoziiert mit Schlange; satanische Züge; schwach: keine ausgebildete Persönlickeit, von Berta abhängig; kommt mit Leben nicht zurecht; am Ende trifft ihn die poetic justice aufgrund seiner Brutalität
  • Stadtbevölkerung: Chor; Sympathien auf Delias Seite
  • Schlange: zunächst Bündnis mit Sykes -> wandelt sich: Bündnis mit Delia; assoziiert mit Satan ("old satan"); wie das Böse nicht genau lokalisierbar; Bedeutungswandlung: vom Bösen zum Instrument der Gerechtigkeit und Rache; Symbol für Weisheit, Heilung, Regeneration (Häutung)
  • Folkloretradition der Karibik: Schlange als Gottheit, Voodoo
  • Verbindung Sonne - Schlange: "creeps", Sonnenaufgang: Wiedergeburt, Neuanfang


Eudora Welty, "Where is the Voice Coming From?"

  • beruht auf wahrer Begebenheit; Mentalitätsstudie / Psychogramm: vom rassistischen Süden inspiriert
  • Charaktere: Täter (representativ für viele Südstaatler dieser Zeit); Ehefrau (gescheiterte Ehe); Bürgerrechtler, der von hinten erschossen wird
  • Rolle der Medien: Fernsehen und Zeitungen fordern zur Tat auf
  • Raum: Thermophylae: griechischer Bergpaß -> Spartaner opfern sich für Griechen auf, um Vormarsch der Perser zu stoppen
  • "voice": Stimme des Täters, der Frau, kollektive Stimme


John Barth, "Lost in the Funhouse"

  • Postmoderne: Überholtheit literarischer Formen wird erkannt: kreativer Schub für Experimente aller Art; Kunst wird selbstreflexiv; Betonung verschiebt sich vom Signifikat zum Signifikanten (siehe auch Hubert Zapf, "Postmoderne Literaturtheorien", in Theorien der Literatur II, erscheint 2005)
  • Veränderung von Freitag's Triangle: erläutert Aufbau von Kurzgeschichten und Literatur
  • explizit metafiktional und selbstreferentiell
  • Ambrose M. im Labyrinth (zentrale Metapher!) der Texte verloren; sein Tod in den Strukturen der Fiktion wird Teil der Unterhaltung (des Lesers)