Die Ansicht, dass Kritik die Grenzen des Buchdeckels überschreiten soll, spricht eine Erwartungshaltung an, die ihre Berechtigung gerade in der Überzeugung findet, dass sich Kritik erst durch ihre praktische Umsetzung als solche zu bestätigen hat. Kann Denken aber tatsächlich zum Eingreifen führen?

Im Wintersemester 2008/09 fand in Erlangen unter der Leitung von Alexandra Böhm (Neuere deutsche Literaturwissenschaft) und Mark Schönleben (Philosophie, Ethik der Textkulturen) das Hauptseminar "Eingreifendes Denken - Wertebildung und Kritik in Literatur und Philosophie" statt. In diesem interdisziplinär ausgerichteten Seminar für Studierende der Germanistik, der Philosophie und des Studiengangs Ethik der Textkulturen wurde das Konzept des eingreifenden Denkens diskutiert, für das im 20. Jahrhundert exemplarisch die Figur des Intellektuellen steht. Systematisch und historisch wurden zentrale Merkmale des Intellektuellen und seiner Tätigkeit des eingreifenden Denkens erschlossen und problematisiert. Dazu gehörten charakteristische Äußerungsorte im Diskurs der Zeit ebenso wie spezifische Sprechweisen und mediale Äußerungsformen.

Für die Präsentation der zentralen Ergebnisse des Seminars, die mit den drei Studentinnen Sophia Bender, Karin Spies und Linda Vogt und  >mit dem Onlineredakteur Jürgen Körner erarbeitet wurden, bietet die Erlanger Seite des Studiengangs Ethik der Textkulturen eine ideale Plattform. Das interdisziplinäre Online-Projekt versteht sich als Anregung zum ‚Weitergehen', wobei die Leserin und der Leser auf einzelne Aspekte zugreifen können, sich andererseits die einzelnen Bausteine aber thematisch ergänzen und so eine wechselseitige Vertiefung des Themas ermöglichen.

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