Neuerscheinung: Sammelband "Töten"

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Aus der Tagung "Mord und Totschlag. Ethik und Ästhetik eines Tabubruchs in der Literatur", die am  19. und 20. Mai 2012 in Erlangen stattfand, entstand der Sammelband von Agnes Bidmon und Claudia Emmert "Töten. Ein Diskurs"

 

 

 

 

 

TÖTEN

Killerspiele, Amokläufe, Ehrenmorde, Kindstötungen, Lustmorde, Selbstmorde, politische Morde, Völkermorde, Selbstmordattentäter, Terroranschläge, Kriege und Bürgerkriege, Töten von Zivilisten, getötete Soldaten, vom Töten traumatisierte Soldaten: Das Töten scheint in unserer medialisierten Welt allgegenwärtig geworden. Doch warum spiegelt sich dies kaum in der Wahrnehmung unserer Zeit? Warum gibt es keinen Diskurs über das Töten?

Der Katalog versucht diesen Widerspruch zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit zu untersuchen. Er analysiert die aktuellen Ausdrucksformen des Tötens in der zeitgenössischen Kunst, ihre Rezeption des Unaussprechlichen, Unvorstellbaren, Tabuisierten. Zwölf international renommierte Künstlerinnen und Künstler verarbeiten die Täter- wie auch die Opferperspektive, sie reflektieren das Töten als physischen Akt und als psychische Fantasie, sie schaffen ein unmittelbares Bild vom Töten oder entwickeln abstrakte Tatanalysen. Sie loten gesellschaftliche Strukturen oder auch individuelle Abgründe aus und spiegeln deren mediale Präsenz. Verbindendes Element aller künstlerischen Arbeiten ist die Frage, welche Relevanz dem künstlerischen Bild angesichts der medialen Bilderflut noch zukommt.

Meldung vom 06.11.2012