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Sophia Dafinger


Sozialisten, Juden, Intellektuelle – Deutsche Flüchtlinge in Frankreich, 1933-1940

Frankreich war eines der Länder, in das bereits kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten viele Deutsche flohen. Manche von ihnen waren als öffentliche Intellektuelle direkten Anfeindungen ausgesetzt, manche verließen als politische Oppositionelle nach Drohungen, Misshandlungen oder brutaler Haft das Land, manche verloren infolge des sogenannten „Berufsbeamtengesetzes“ ihre Stelle und suchten ein neues Leben mit sicherem Einkommen im Ausland, manche ahnten, dass sie als Jüdinnen und Juden in diesem „neuen Staat“ ausgegrenzt und verfolgt werden würden.

So divers die Fluchtursachen, so divers war auch die Gruppe des „deutschen Exils“ in Frankreich. Dennoch wurden die Deutschen von den meisten Franzosen schlicht als „boches“ wahrgenommen, während sich die Geflüchteten selbst sehr bewusst waren, dass sie verschiedene Lebensgeschichten, Mittel, Fähigkeiten und Pläne mitgebracht hatten. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939 wurden schließlich auch diese geflohenen Deutschen zu „feindlichen Ausländern“ erklärt, häufig in französischen Lagern interniert und teils gar nach der französischen Kapitulation im Juni 1940 an die Gestapo ausgeliefert. Der Aktionstag „Gegen einfache Wahrheiten“ bietet Gelegenheit, an einem historischen Beispiel vermeintlich eindeutige Fluchtgeschichten zu problematisieren und zu differenzieren.

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