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Rückblick


»Gegen einfache Wahrheiten. Universität in der Verantwortung«

Aktionstag am 31. Mai 2017

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Am 31.05. hat die Philologisch-Historische Fakultät der Universität Augsburg zum ersten Mal den Aktionstag „Gegen einfache Wahrheiten. Universität in der Verantwortung“ veranstaltet. Hierbei hat die Universität nicht nur auf dem Campus selbst, sondern auch in der Augsburger Innenstadt ein Zeichen für eine offene Gesellschaft und für gelungene Integration gesetzt.

Wir werden in diesen Tagen häufig mit „einfachen Wahrheiten“ konfrontiert – mit verzerrten Abbildern der Realität, die mit der Darstellung der Wirklichkeit nichts zu tun haben. Der Aktionstag hat einmal mehr gezeigt, dass der Wissenschaft hier eine wichtige Aufgabe zukommt: Es gilt, zu überprüfen, was behauptet wird und zu analysieren, welche Aussagen stimmen und welche schlicht falsch sind. Wichtig ist, sich mit Mut zu engagieren und in die kontroverse Diskussion zu treten.


Gemeinsam mit Studierenden, Lehrenden, zivilgesellschaftlichen Gruppen, MigrantInnen und allen Interessierten wurde deutlich gemacht, dass die Universität gegen diese „einfachen Wahrheiten“ einsteht.

Auch Prof. Dr. Gregor Weber, Dekan der Philologisch-Historischen Fakultät und Verantwortlicher des Aktionstags, zeigt sich zufrieden:

„Unser Aktionstag ‚Gegen einfache Wahrheiten. Universität in der Verantwortung‘ mit seinen vier großen Programmblöcken (Fragen/ Seminarveranstaltungen, Hören/Kulturveranstaltungen, Handeln/Aktionen in der Augsburger Innenstadt, Sehen/Film & Podiumsgespräch) hat ein Zeichen gesetzt: gegen Populismus und Rechtsradikalismus, für eine offene Gesellschaft mit offenen Grenzen und gelungener Integration. Es kamen ‚einfache Wahrheiten‘ in verschiedenen Themenfeldern auf den Prüfstand, und es ging um die besondere Verantwortung der Universität für das demokratische Gemeinwesen, die auch dezidiert nach außen kommuniziert wurde: Viele Diskussionen, beeindruckende Texte, tolle Musik, neue Einsichten, dazu die Erfahrung einer großen Solidarität – dafür hat es sich unbedingt gelohnt! Manche Einzelveranstaltung hätte sicherlich noch besser besucht sein können; aber angesichts der Tatsache, dass es sich um ein ganz neues Format mit einem überaus umfangreichen Programm gehandelt hat, können wir durchaus zufrieden sein. Vor allem aber möchte ich allen – dem Vorbereitungsteam, den externen Partnern und vielen weiteren Helfern – sehr herzlich danken für die vielen guten Ideen und das große Engagement, das alles andere als selbstverständlich ist – und natürlich allen, die zu den Veranstaltungen gekommen sind und sich auf verschiedene Weise eingebracht haben.“

Gefragt

Ab 10 Uhr wurden knapp 20 öffentliche Seminare von Lehrenden der Philologisch-Historischen Fakultät angeboten. Alle Interessierten konnten sich über die Themen Populismus und Rechtsradikalismus, Asyl und Migration, Mehrsprachigkeit, Kulturkontakt und Kulturtransfer informieren, sich austauschen und darüber diskutieren.

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Gehört

Die musikalischen und literarischen Beiträge lockten viele interessierte BersucherInnen zur Mittagszeit in Hörsaal I.

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Gehandelt

Bei bestem Wetter zog der Aktionstag am Nachmittag in die Augsburger Innenstadt. So konnte auch außerhalb des Campus ein Zeichen „Gegen einfache Wahrheiten“ gesetzt werden.
Auf öffentlichen Plätzen lasen Studierende und Dozierende verschiedener Professuren und Studiengänge aus bekannten Werken vor. Zudem traten sie mit Passanten in Kontakt, um sich über „einfache Wahrheiten“ auszutauschen – ein Angebot, das gerne angenommen wurde.

»Ich halte das für eine sehr schöne Aktion. Das würde ich mir im Sommer öfter für die Augsburger Innenstadt wünschen!«
(Stephan Sauerbier, Student, 32 Jahre)

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Zeitgleich fanden Workshops und Vorträge im Zeughaus statt. Darunter waren unter anderem sehr interessante Workshops von Priv.-Doz. Dr. Ursula Putz (Sea-Eye e.V., Regensburg) und von Prof. Dr. Martin Haase (Bamberg) zur „Sprache des Populismus“. Es wurde u. a. analysiert und diskutiert, wie politische „Gewissheiten“ sprachlich konstruiert werden.

Im Rahmen eines Stadtspaziergangs wurden die Spuren von MigrantInnen im Augsburger Textilviertel erkundet. Der Rundgang wurde von Leonie Herrmann sowie drei weiteren Studentinnen der Europäischen Ethnologie/Volkskunde der Uni Augsburg geleitet, die diesen im Rahmen eines Seminars konzipiert haben.

Gesehen

Um den Tag entspannt ausklingen zu lassen, wurde ab 18 Uhr der Film „Willkommen bei den Hartmanns“ gezeigt. In einem anschließenden Podiumsgespräch wurden die Inhalte des Films diskutiert.

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Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden und HelferInnen für diesen spannenden und vielseitigen Tag! Das Programm des Aktionstags „Gegen einfache Wahrheiten. Universität in der Verantwortung“ kann hier abgerufen werden.

weitere Impressionen

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Bildnachweise, Bildrechte: Klaus Satzinger-Viel, Pressestelle Uni Augsburg, Sebastian Franz, Sissi Richter, Alfred Wildfeuer. Wir danken allen, die uns ihre Bilder zur Verfügung gestellt haben.