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Prof. Dr. Stephanie Waldow, Helen-Dominique Hockauf


Wer spricht? Texte von Geflüchteten

Sharam Khosravi beschreibt in seiner Auto-Ethnographie, dass ihm in Europa die Stimme genommen wurde. Journalisten haben über ihn und andere geflüchtete Menschen geschrieben, Aktivisten für die Geflüchteten gesprochen. Auf diese Weise wurde ein einheitliches Flüchtlingsnarrativ gebildet und der Einzelne verlor für die Gesellschaft seine eigene Identität. Um dieser Form der Entwürdigung entgegenzutreten, benutzen Geflüchtete zunehmend das Mittel der Schrift und verleihen sich selbst Ausdruck. Aber auch Journalisten, Dramatiker und Schriftsteller verfassen immer mehr Texte zu Flucht und Vertreibung bzw. inszenieren Theaterstücke. Was jedoch unterscheidet diese Stimmen von den je eigenen Stimmen der Geflüchteten? Identitätskonstitutionen werden vor dem Hintergrund von Selbst- und Fremdwahrnehmungen  in solch transkulturellen Texten offen gelegt und führen schließlich zu der Frage: Wer spricht?

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