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Christina Sammüller


Optische Täuschungen, mal anders – Bildinszenierung und fototechnische Manipulation am Beispiel professioneller Architekturfotografie

Professionelle Architekturfotografie tritt uns in verschiedensten Formen gegenüber (Bildbände, Ausstellungen, Immobilienbroschüren, Websites, Reiseführer, Fachzeitschriften etc.) und spricht jeweils verschiedenste Zielgruppen an (Fachpublikum, potentielle Käufer, politische Entscheider etc.). Sie entsteht zumeist im Auftrag der Architekten oder Bauträger und dient diesen als überaus potentes Instrument der Außen- und Selbstdarstellung.
Mit Hilfe ausgefeilter kompositorischer Überlegungen (Standpunkt, Perspektive, Bildausschnitt etc.), bestmöglicher fototechnischer Ausstattung und mittlerweile standardmäßig tiefgreifender digitaler Nachbearbeitung werden häufig gleichsam hyperreale fotografische Inszenierungen von gebautem Raum kreiert. Der Fotograf erlangt eine weitgehende Deutungshoheit über die Darstellung, in dem er beispielsweise auch entscheidet, was abgebildet wird oder was nicht gezeigt werden soll. Auf diese Weise entsteht eine oftmals idealisierte und perfektionierte „Wirklichkeit“, die in situ vor dem realen Objekt im räumlichen Kontext so nicht existiert.
Anhand ausgewählter Beispiele professioneller Architekturfotografie soll zum einen untersucht werden, welche inszenatorischen Mittel eingesetzt werden, um die jeweils gewünschten Wirkungen beim Betrachter zu erzielen. Darüber hinaus steht zum anderen die Frage im Mittelpunkt, ob wir als Rezipienten in der Lage sind, weitergehende bildliche Manipulationen durch genaues Hinschauen zu erkennen. Die Veranstaltung soll in diesem Sinne für alle Interessierten als kleiner Baustein zum Thema „Sehen-Lernen“ dienen.

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